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Folgen und Perspektiven bei gesundheitlicher Beeinträchtigung

Wenn Sie sich an Ihrem Arbeitsplatz über Ihre Aufgaben hinaus für behinderte Kollegen engagieren wollen, dann lassen Sie sich Schwerbehindertenvertreter wählen, im Folgenden auch mit SBV abgekürzt. Damit übernehmen Sie Verantwortung und ein Amt, das interessante und sinnvolle Möglichkeiten der Betätigung am Arbeitsplatz bietet. Natürlich ist für eine erfolgreiche Vertretung der Interessen der behinderten Kollegen umfangreiches Fachwissen erforderlich, welches Sie in einem Schwerbehindertenvertetung Seminar erwerben können.

Aufgaben und Rechte der Schwerbehindertenvertretung

Wenn es in einem Betrieb mindestens fünf fest angestellte Mitarbeiter gibt, die schwerbehindert oder solchen gleichgestellt sind, hat der Betrieb einen SBV zu wählen. Hierfür können bestehende Mitarbeitervertretungen (Betriebs- oder Personalrat) organisierend und motivierend Vorarbeit leisten. Es wählen die Arbeitnehmer des oben genannten Personenkreises ihre Vertrauensperson aus den sich zur Wahl stellenden Kandidaten. Diese müssen selber nicht schwerbehindert sein. Der gewählte SBV hat darauf zu achten, dass alle im Arbeitsrecht festgelegten Bestimmungen für die schwerbehinderten Mitarbeiter ausgeführt und beachtet werden. Hierzu gehören eventuell auch die im Sozialgesetzbuch verankerten Integrationsvereinbarungen. Diese ist, wenn noch nicht vorhanden, als SBV mit dem Arbeitgeber zu vereinbaren und als bindend festzulegen.
Als SBV unterstützen Sie Ihre schwerbehinderten Kollegen auch nach außen, so etwa bei Anträgen für Maßnahmen, die der beruflichen Reintegration und Weiterbeschäftigung dienlich sind. Alle Anregungen und Beschwerden von Schwerbehinderten im Betrieb gehen dann an Sie. Es ist Ihre Aufgabe, diese an den Arbeitgeber weiterzuleiten und zu vermitteln.

Sie genießen die gleichen Schutzrechte gegenüber dem Arbeitgeber wie ein Betriebsrat. Die Schwerbehindertenvertretung nimmt an allen Sitzungen der Mitarbeitervertretung teil und muss über alle Angelegenheiten, die schwerbehinderte Menschen im Betrieb angeht, informiert und auch angehört werden. Auch ist die gewählte Person über alle Schwerbehinderten und denen gleichgestellte Personen im Betrieb per Namensliste unaufgefordert zu informieren.

Themen für Schwerbehindertenvertreter
Es folgen Beispiele aus dem Bereich des Arbeitsrechts, das für die Vertretung von Schwerbehinderten im Betrieb zum alltäglichen Basiswissen gehört:

1. Entgeltfortzahlung und Krankengeldanspruch
Damit erkrankte Arbeitnehmer sozial abgesichert bleiben, wenn sie in Folge einer Erkrankung oder eines Unfalls arbeitsunfähig wurden, erfolgt eine Entgeltfortzahlung über sechs Wochen. Diese beträgt 100 Prozent des Bruttogehalts. Gleiches gilt, wenn ein Arbeitnehmer wegen einer ärztlich verordneten stationären oder ambulanten Rehabilitationsmaßnahme des Rentenversicherungsträgers nicht arbeitsfähig ist.
Bei wiederholter Arbeitsunfähigkeit mit gleicher Diagnose erfolgt eine Entgeltfortzahlung nur dann, wenn die letzte Arbeitsunfähigkeit mindestens sechs Monate zurückliegt. Nach sechs Wochen Arbeitsunfähigkeit erfolgt Zahlung eines Krankengeldes durch die Krankenversicherung. Dies beträgt ca. 70 Prozent des Bruttogehalts, niemals aber mehr als 90 Prozent des Nettoeinkommens. Manche Arbeitgeber bezahlen für einen festgelegten Zeitraum die Differenz zwischen normalem Einkommen und Krankengeld.

2. Status des Arbeitsverhältnisses bis zur Rückkehr
Der bestehende Arbeitsplatz muss dem erkrankten Mitarbeiter erhalten werden. Ein Kündigungsrecht hat ein Arbeitgeber nur in der Probezeit oder bei einer Betriebsgröße, die unter 10 Mitarbeitern liegt. Was aber ist, wenn krankheitsbedingt der bisherige Arbeitsplatz nicht mehr geeignet ist?

3. Anspruch auf den bisherigen Arbeitsplatz oder Versetzung?
Wenn der bisherige Arbeitsplatz wegen Folgen der vorangegangenen Arbeitsunfähigkeit nicht mehr sinnvoll ausgefüllt werden kann, muss der Arbeitgeber den bestehenden Arbeitsplatz behindertengerecht neu gestalten oder für eine geeignete Versetzung sorgen. Eventuell ist ein neuer geeigneter Arbeitsplatz zu schaffen. Der Arbeitnehmer muss eventuelle zumutbare Verschlechterungen am neuen Arbeitsplatz hinnehmen.

4. Gestaltung eines leidensgerechten Arbeitsplatzes
Ein Arbeitsplatz für einen Schwerbehinderten hat dessen Einschränkungen Rechnung zu tragen und ist darauf hin zu gestalten. Dies kann Umorganisation von Arbeit bedeuten, bauliche Maßnahmen oder Einsatz von besonderen Hilfsmitteln bedeuten. Hierzu ist der Arbeitgeber verpflichtet.

Wie werde ich Schwerbehindertenvertreter?
Die Schwerbehindertenvertretung Schulung erfolgt in einem SBV Seminar. Diese werden von verschiedenen Organisationen berufsbegleitend angeboten. Die Kosten trägt für Sie der Arbeitgeber.

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